Nordrhein-Westfalen
Budo

Was ist Budo

Eine kurze Begriffserläuterung

Unter Budo wird landläufig der Oberbegriff für japanische Kampfsportarten verstanden. „Bu“ ist der Kampf und „Do“ ist der Weg, es ist also der Weg des Kampfes.

Darüber hinaus ist der “Bushido“, ein Verhaltenskodex, elementar mit dem Budo verbunden. „Bushi” ist der Krieger und „Do“ wie bereits erwähnt ist der Weg.

Die neuzeitliche Reduzierung auf Sportarten entspricht eher einem “jutsu”, einer Kunst im Sinne von technischen Fertigkeiten, als einem Weg, der zu einer umfassenden Fähigkeit führt.

Seinem Wesenscharakter nach ist Budo jedoch mehr. Budo ist einer von zahlreichen Wegen zur Selbstfindung, zur Charakterbildung, zur Vervollkommnung seelisch-geistiger Fähigkeiten und des sozialen mitmenschlichen Umgangs.

Im Budo werden die bestehenden Beziehungen zwischen Ethik, Religion und Philosophie in einer sehr direkten Weise vertieft weshalb die Bezeichnung Budo für Kampfsportarten nicht  zutreffend ist. Das Geheimnis des Budo liegt nämlich in der moralischen und ethischen Auffassung.

Die Kampfsportarten oder besser gesagt, die Kampf- und Bewegungskünste, sind lediglich ein Teil, ein körperliches Fragment einer Gesamtschulung. Das Verständnis für den geistig-philosophische Aspekt entwickelt sich im Laufe der Zeit je nach individueller Öffnung, Toleranz und Reife.

Jeder, der sich mit dem Wesen des Budo befasst, wird schnell feststellen, dass es sich dabei nicht um eine erfolgsgerichtete, sondern zielorientierte, kontinuierliche Betätigung mit entsprechender Ausdauer, Disziplin und Reife handelt, die ihrerseits eine Gewaltbereitschaft nicht nur ausschließt, sondern gerade anhand eigenen Erfahrungsbewusstseins. auch als entwicklungshemmend versteht.

Durch Übung und Vervollkommnung sollen Lebensenergien erweckt, entwickelt und auf diesem Weg, dem DO, die geistige und moralische Reife gefördert werden.

* * * * * * *

Die drei Söhne des Bokuden

Bokuden Tsukahara (1490 - 1572), war ein großer Fechtmeister und als er alt war, rief er seine drei Söhne zu sich, um zu prüfen, welcher von ihnen seine Nachfolge antreten sollte und legte einen Gegenstand über die Eingangstür zu seinem Raum so, dass er bei Berührung der Tür herunterfallen musste.

Der älteste Sohn näherte sich der Tür, griff nach oben, nahm den Gegenstand herunter und stellte ihn an seinen Platz.

Der zweite Sohn öffnete die Tür, sah den Gegenstand fallen, fing ihn auf und stellte ihn ebenfalls an seinen Platz.

Der jüngste Sohn eilte zur Tür herein, der Gegenstand fiel und rasch zog er sein Schwert und spaltete ihn, noch ehe der Gegenstand zu Boden gefallen war.

Als er selbstgefällig lächelte, sprach der Vater jedoch:
„Du bist sehr jung für die Kunst des Budo und musst noch viel lernen. Deine Haltung ist dir wichtiger als die Technik. Arbeite weiter an dir, bist du verstanden hast, worum es geht“.

Zu seinem zweiten Sohn sagte Bokuden:
„Du musst noch weiter üben, bis du einen Geist entwickelst, der dich und andere bewahren kann.“

Zum ältesten Sohn aber sagte Bokuden:
„Nun kann ich zufrieden sein. Wenigstens einer meiner Söhne hat bereits beachtliche Fortschritte zu dem Verständnis gemacht, was im Budo von Bedeutung ist.

* * * * * * *

Bokuden Tsukahara lehrte,
dass der Geist im Kampf rein und frei von allem irdischen sein müsse.
Das Vermeiden eines Kampfes ist einer der Grundkonzepte seines Auffassung gewesen.

* * * * * * *